{"id":196,"date":"2015-10-13T18:27:30","date_gmt":"2015-10-13T18:27:30","guid":{"rendered":"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/?p=196"},"modified":"2015-10-13T18:27:30","modified_gmt":"2015-10-13T18:27:30","slug":"gravinas-und-sassi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien2015\/?p=196","title":{"rendered":"Gravinas und Sassi"},"content":{"rendered":"<p>4 Tage vergangen seit wir bei blauem Himmel in Ostuni gestartet sind. Den \u00dcbernachtungsplatz in der Stadt haben wir gut ausgenutzt: abends trotz Regen noch einen Gute Nacht Drink in einer kleinen Bar, morgens Fr\u00fchst\u00fcck italienisch im Cafe mit Cappuccino und Crossini.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image78.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-184 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image78.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image79.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-185 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image79.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann zur n\u00e4chsten Panificio frische Paninis holen f\u00fcr das 2. (deutsche) Fr\u00fchst\u00fcck (man kann seine Herkunft halt doch nicht leugnen..).Das gab&#8217;s dann beim ersten Halt (Hundepinkelpause) auf dem Weg nach Massafra.<\/p>\n<p>Massafra ist eine der apulischen St\u00e4dte, die auf Tuffstein gebaut ist. Die Altstadt liegt zwischen 2 Gravinas, steilen Schluchten, deren Tuffsteinw\u00e4nde schon vor Jahrhunderten von Menschenhand ausgeh\u00f6hlt wurden. \u00c4hnlich wie in Kappadokien in der T\u00fcrkei entstanden auch hier im 9. und 10. Jahrhundert, als der byzantinische Kaiser die Ikonenmalerei verbot, durch fl\u00fcchtende M\u00f6nche aus Kleinasien und dem Balkan viele H\u00f6hlenkirchen mit Freskenmalereien.<\/p>\n<p>Offenbar hat man hier aber schlechte Erfahrungen gemacht, denn wir fanden die Eing\u00e4nge verschlossen und ein Hinweisschild auf \u00d6ffnungszeiten von ein paar Stunden am Vormittag. Beim Versuch durch die Stadt ans untere Ende der Canons zu gelangen, w\u00e4ren wir dann fast in den immer enger werdenden Stra\u00dfen steckengeblieben. Kein Hinweis- oder Verbotsschild bereitete uns darauf vor:<\/p>\n<p>Erst zweispurig teilte sich die Stra\u00dfe bergab pl\u00f6tzlich in 2 Einbahnstra\u00dfen, die sich immer schmaler werdend durch die H\u00e4user schl\u00e4ngelten, bis wir irgendwann nicht mehr weiter kamen. Die Stra\u00dfe war einfach nicht breit genug f\u00fcr uns. Nur unter Einsatz von Hilfskr\u00e4ften f\u00fcr das Dirigieren beim R\u00fcckw\u00e4rtsman\u00f6vrieren und Anhalten des Verkehrs, damit wir \u00fcber eine Einbahnstrasse in der falschen Richtung aus der Engstelle entkommen konnten, kamen wir ohne gr\u00f6\u00dfere Schrammen und Beulen aus der Misere. Danach hatten wir erst einmal genug von Massafra und fl\u00fcchteten ans Meer. Das sch\u00f6ne Wetter wollten wir besser zum Baden nutzen.<br \/>\nAus unerfindlichen Gr\u00fcnden haben die Italiener auch hier die Eisenbahnlinie direkt am Meer entlang gebaut, gerade weit genug weg, dass auch bei Sturm der Bahndamm trocken bleibt. Man mu\u00df also eine Stelle finden, wo man \u00fcber oder unter der Bahnlinie an den Strand kommen kann. Ein einsamer, etwas verwahrloster Campingplatz bot sich an, der \u00fcber einen Zugang zum Strand verf\u00fcgte, an dem sich sogar, keine 100m vom Meer entfernt, ein kleiner S\u00fc\u00dfwasserteich fand.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image84.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-200 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image84.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Quelle, die den Teich speiste, entsprang mitten darin und verwandelte den Teich in eine Art nat\u00fcrlichen Whirlpool. Hier k\u00f6nnte man es direkt ein paar Tage aushalten, wenn das Wetter so bliebe wie diesen Morgen&#8230;<br \/>\nDas Wetter hat den Erwartungen nicht standgehalten, trotzdem sind wir noch einen Tag dort geblieben. Merlin durfte frei herumstromern und faulenzen. Trotz abendlicher Gewitter und heftigem Regen fielen die Temperaturen kaum unter 20 Grad.<br \/>\nSamstag fr\u00fch machten wir einen neuen Anlauf und fuhren vorsichtig wieder nach Massafra hinein, machten aber um die Altstadt einen Bogen und versuchten unser Gl\u00fcck zu Fu\u00df. Die Touristinfo fanden wir verschlossen vor und ein Versuch auf eigene Faust vom unteren Ende in die Schlucht hinein zu kommen, scheiterte ebenfalls nach kurzer Strecke an einem Italiener, der mir den weiteren Zugang verwehrte.<br \/>\nDa es zudem auch wieder angefangen hatte zu regnen, verlie\u00dfen wir Massafra ohne viel von seinen Sehensw\u00fcrdigkeiten gesehen zu haben und beschlossen, sozusagen die Seite zu wechseln &#8211; vielleicht ist das Wetter an der S\u00fcdk\u00fcste ja besser.<\/p>\n<p>Das Wetter entt\u00e4uschte uns jedoch auch hier, bei Sturm und heftigem Regen fuhren wir ein St\u00fcck die italienische Fu\u00dfsohle entlang. Bei Mesaponto hatte das Wetter ein einsehen und erlaubte uns die wenigen verbliebenen \u00dcberreste der einstigen griechischen Stadt zu besichtigen, in der Pythagoras vor fast dreitausend Jahren seine mathematische S\u00e4tze formulierte.<\/p>\n<p>Das Wetter war noch immer st\u00fcrmisch, und so hielt uns nichts mehr an der K\u00fcste, nachdem wir uns im einzigen offenen Lokal des im Sommer sicher trubeligen Badeortes Lido di Mesaponto gest\u00e4rkt hatten.<\/p>\n<p>Einen letzten Anlauf wollten wir noch machen, etwas von der Tuffsteinlandschaft und den H\u00f6hlenkirchen zu sehen, aber nicht in Massafra, sondern in Matera, etwa 40km westlich von Massafra.<br \/>\nEs war bereits dunkel als wir dort ankamen, und die Anfahrt zu unserem \u00dcbernachtungsplatz w\u00e4re ohne Navi schwierig geworden, denn Matera ist ebenfalls in die Tuffsteinw\u00e4nde \u00fcber einer verzweigten Gravina gebaut und wir hatten uns einen Platz mit Panoramablick auf der gegen\u00fcberliegenden Seite des Ca\u00f1ons als Stellplatz f\u00fcr die Nacht ausgesucht. Dank Navi und entsprechender Beschreibung trauten wir uns im Dunklen die Schotterpiste am Ca\u00f1onrand entlang zu fahren und wurden daf\u00fcr auch mit einem grandiosen Blick auf die Lichter der Stadt belohnt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image87.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-203 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image87.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image88.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-204 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image88.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gegen 20:00 Uhr wurde es auf einmal lebendig auf unserem einsamen Platz. Ein Auto nach dem anderen kam heraufgefahren. Es dauerte eine Weile, bis wir verstanden, dass in der kleinen H\u00f6hlenkirche in der Canonwand direkt unter unserem Stellplatz offenbar eine abendliche Messe stattfand. Eine Stunde sp\u00e4ter waren die Kirchg\u00e4nger wieder verschwunden, aber auch die Stadtjugend schien den Platz gerne f\u00fcr n\u00e4chtliche Rendevous zu nutzen und so bekamen wir bis 2:00 Uhr nachts immer wieder Besuch &#8211; es war schlie\u00dflich Samstag.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen lag dann die ganzen Stadt vor uns, als wir hinausschauten. Den Vormittag nutzten wir, um auf Klettertouren die Umgebung zu erkunden. Nachmittags ging es hin\u00fcber in die Stadt. Merlin hatte sich vormittags beim Klettern bereits ausgetobt und durfte in Auto bleiben, w\u00e4hrend wir die in den Tuffstein hineingebaute Altstadt erkundeten. Seit die Stadt in den 90gern zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde, hat sich die vorher fast verlassene Altstadt wieder mit Leben gef\u00fcllt. Aus verlassenen dunklen H\u00f6hlenwohnungen, den Sassi wurden exklusive Quartiere f\u00fcr Touristen, Restaurants und Galerien, und auch die Bewohner sind in die jetzt attraktiv gewordene Altstadt zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image90.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-206 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image90.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image93.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-209 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/italien\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image93.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abends bezogen wir wieder unseren Platz mit Panoramablick. Niemand scheint hier etwas gegen Wohnmobilisten zu haben. Selbst eine Polizeistreife, die am Abend bei uns hielt, gr\u00fc\u00dfte freundlich und w\u00fcnschte uns eine gute Nacht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4 Tage vergangen seit wir bei blauem Himmel in Ostuni gestartet sind. Den \u00dcbernachtungsplatz in der Stadt haben wir gut ausgenutzt: abends trotz Regen noch einen Gute Nacht Drink in einer kleinen Bar, morgens Fr\u00fchst\u00fcck italienisch im Cafe mit Cappuccino und Crossini. Dann zur n\u00e4chsten Panificio frische Paninis holen f\u00fcr das 2. 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