{"id":506,"date":"2014-11-07T18:03:37","date_gmt":"2014-11-07T17:03:37","guid":{"rendered":"https:\/\/merlin.yfx.de\/?p=506"},"modified":"2014-11-07T18:03:37","modified_gmt":"2014-11-07T17:03:37","slug":"draatal-und-wuste-bei-tinerhir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko2014\/?p=506","title":{"rendered":"Dr\u00e2atal und W\u00fcste bei Tazzarine"},"content":{"rendered":"<p>6. November &#8211; W\u00fcstencamp Serdrar<br \/>\nDer Platz in Amezrou war so angenehm, dass wir ein paar Tage blieben. Direkt nebenan in der Oase lag ein kleines Hotel mit wundersch\u00f6ner Gartenanlage, das wir \u00f6fter besuchten, da auf dem Campingplatz die Internetverbindung nicht funktionierte. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-517 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image35.jpg\" alt=\"Laman Hotel\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Auch hier sind die einzelnen G\u00e4rten von Mauern aus Lehm umgeben, an denen man die Verg\u00e4nglichkeit dieser Bauweise erkennen kann. Dort, wo sie regelm\u00e4\u00dfig renoviert werden, sind sie v\u00f6llig intakt und sogar teilweise verziert. An anderen Stellen haben sie gro\u00dfe Risse, sind teilweise eingest\u00fcrzt oder nur noch als Lehmhaufen erkennbar, aus dem vielleicht noch Andeutungen der ehemaligen Mauer herausragen. Kommt man in die Randzonen der Oase, erkennt man schnell die Notwendigkeit dieser Mauern, denn hier hat der Wind die Wege zwischen den Mauern teilweise bereits Meterhoch mit Sand aufgef\u00fcllt. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-474 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image9.jpg\" alt=\"Zagora 10\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Hier findet man auch viele gescheiterte Versuche, das Vordringen der W\u00fcste aufzuhalten. Hunderte Meter Bew\u00e4sserungsleitungen wurden hier zu jedem neu gepflanzten Baum verlegt, aber das Wasser ist hier in den letzten Jahren so knapp geworden, dass viele Brunnen ausgetrocknet sind, und selbst im \u00f6ffentlichen Wasserleitungsnetz der gr\u00f6\u00dferen Orte im Sommer t\u00e4glich nur f\u00fcr ein paar Stunden Wasser verf\u00fcgbar ist.<br \/>\nAm Sonntagvormittag nahm uns Himmi, der Platzeigent\u00fcmer, mit seinem Auto mit nach Zagora zum gro\u00dfen Wochenmarkt. So konnte Merlin in unserem Auto in der k\u00fchleren Oase bleiben. \u00c4hnlich wie die Souks in den St\u00e4dten sind auch die M\u00e4rkte aufgeteilt in einen Obst- und Gem\u00fcsemarkt, T\u00f6pferwaren, Stoffe und Kleidung und den Tiermarkt, wo vom K\u00fcken \u00fcber Ziege, Schaf, Esel bis zu Kuh und Kamel jedes Tier fachm\u00e4nnisch begutachtet wird, bevor mit den langwierigen Verhandlungen begonnen wird. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-479 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image14.jpg\" alt=\"Zagora 15\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Erschlagen von den vielen Eindr\u00fccken und der Sonne, die mittags immer noch eine unglaubliche Kraft entfaltet, zogen wir uns in ein schattiges Cafe an der Hauptstrasse zur\u00fcck, bevor wir uns wieder mit unserem netten Chauffeur trafen, um zur\u00fcckzukehren in die idyllische Ruhe der Oase.<br \/>\nEigentlich wollten wir am n\u00e4chsten Morgen wieder weiterfahren, aber auf dem R\u00fcckweg vom Markt erz\u00e4hlte Himmi uns, dass nur 16km weiter s\u00fcdlich in Tamegroute in den n\u00e4chsten Tagen ein gro\u00dfer Moussem stattfindet. In Marokko gibt es noch viele religi\u00f6se Bruderschaften. Eine der ber\u00fchmtesten, die Nassiria, wurde in Tamegroute gegr\u00fcndet und die Zaouia, das Ordenshaus der Bruderschaft mit dem Grabmal ihres Gr\u00fcnders, ist einmal j\u00e4hrlich Ziel vieler Pilger, die am Grabmal Heilung ihrer Gebrechen suchen. Da die Pilger von weit her anreisen, dauert so ein Moussem mehrere Tage und ist verbunden mit einem gro\u00dfen Markt und Jahrmarkt, denn so viele Menschen m\u00fcssen auch besch\u00e4ftigt und versorgt werden. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-510 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image28.jpg\" alt=\"Tamegroute 1\" width=\"800\" height=\"450\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-514 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image32.jpg\" alt=\"Tamegroute 5\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Angeschlossen an das Ordenshaus gibt es eine kleine Bibliothek mit den Aufzeichnungen des Ordens, die bis ins 13. Jahrhundert zur\u00fcckreichen. Einige der wundersch\u00f6nen, auf Gazellenhaut geschriebenen und gemalten Dokumente kann man hinter Glas bewundern. Leider fanden wir niemanden, der uns etwas \u00fcber den Ablauf solch eines Moussems erz\u00e4hlen konnte, denn sie sind oft auch verbunden mit Veranstaltungen wie Reiterspielen und so fuhren wir am Nachmittag, als die meisten einheimischen Besucher sich zur Siesta in irgendeine schattige Ecke zur\u00fcckzogen, auch wieder zur\u00fcck in unsere schattige Oase.<br \/>\nAm Dienstag ging es dann aber wirklich weiter. Wir hatten uns vorgenommen, nicht die gleiche Strecke zur\u00fcck zu fahren, sondern etwa 100km in nord\u00f6stlicher Richtung, parallel zur Algerischen Grenze der Nationalstrasse 12 zu folgen, um dann \u00fcber eine Nebenstrasse wieder Richtung Westen ins Dr\u00e2atal zur\u00fcckzukehren. Irgendwo hier abseits der Strassen soll es 7.000 Jahre alte Felszeichnungen geben, die erst vor 15 Jahren entdeckt wurden, aber touristisch noch nicht erschlossen sind. Die Nationalstrasse 12 entpuppte sich bereits wenige Kilometer hinter Zagora als katastrophale Wellblechpiste. Offenbar hatte man den Stra\u00dfendamm durch die Ger\u00f6llw\u00fcste zwar schon neu angelegt, aber die Asphaltdecke eingespart. Da wir die Inneneinrichtung unseres Autos nicht v\u00f6llig zerlegen wollten, blieb nur sch\u00f6n langsam, mit max. 15km\/h die harmloseste Spur zu finden. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-523 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image41.jpg\" alt=\"Tazzarine 4\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Die Landschaft wechselte zwischen kahler Ger\u00f6llw\u00fcste, riesigen Ebenen mit v\u00f6llig ebenem Boden, der aussah, als k\u00f6nne man dort viel besser fahren, als auf der Strasse und Steppenland mit vereinzelten Schirmakazien und kleinen, nicht weniger stacheligen Str\u00e4uchern. Unvorstellbar wie die Dromedare, die man dort manchmal sieht auch nur eines der winzigen Bl\u00e4ttchen zwischen den langen Stacheln herausrupfen k\u00f6nnen, ohne sich ein blutiges Maul zu holen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-519 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image37.jpg\" alt=\"Tazzarine 1\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Nach 4 Stunden und knapp 70 km trafen wir dann auf die Stelle, wo den Stra\u00dfenbauern der Asphalt ausgegangen war und so vergingen die n\u00e4chsten Kilometer im Geschwingigkeitsrausch&#8230;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-524 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image42.jpg\" alt=\"Tazzarine 5\" width=\"800\" height=\"450\" \/><br \/>\nLeider war es damit schnell wieder vorbei, denn der einzige \u00dcbernachtungsplatz im Umkreis von 100km ( wenn man sich nicht einfach neben der Strasse in die W\u00fcste stellen will) ist eine kleine ehemalige Farm 6km abseits der Strasse. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-526 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image44.jpg\" alt=\"Tazzarine 7\" width=\"800\" height=\"450\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-527 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image45.jpg\" alt=\"Tazzarine 8\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Der Besitzer hat die Landwirtschaft vor einigen Jahren wegen Wassermangels aufgegeben und auf dem Farmgel\u00e4nde mit seinen S\u00f6hnen einen \u00dcbernachtungsplatz f\u00fcr W\u00fcstenfans eingerichtet. F\u00fcr gro\u00dfe Gruppen hat er komfortable Biwakzelte gebaut und auch sonst alles sehr liebevoll und sch\u00f6n hergerichtet. Man merkt, dass einer seiner S\u00f6hne in Italien im Baugewerbe arbeitet. Zusammen mit den in der Umgebung lebenden Normaden bietet er mehrt\u00e4gige Kameltouren mit bis zu 40 Kamelen an.<br \/>\nEiner der S\u00f6hne zeichnet uns am n\u00e4chsten Morgen eine Karte, die uns 22km \u00fcber Sand- und Ger\u00f6llpisten zu der Stelle f\u00fchren soll, wo die Felsmalereien zu finden sind. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-541 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image40.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"800\" \/>Und tats\u00e4chlich finden wir nach Durchquerung eines wundersch\u00f6nen Ca\u00f1ons und eines weltvergessenen Dorfes den beschriebenen H\u00fcgel, auf dessen Kuppel der von der Regierung bezahlte W\u00e4chter schon auf uns wartet. Er hat von seinem exponierten Platz den \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Umgebung und hat uns bereits gesehen, als wir aus dem Ca\u00f1on herauskamen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-531 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image49.jpg\" alt=\"Tazzarine 12\" width=\"800\" height=\"450\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-544 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image51.jpg\" alt=\"Tazzarine 14\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Die Felsmalereien sind eigentlich korrekterweise Steinritzungen, die auf vielen Felsbrocken unterschiedlichster Gr\u00f6\u00dfe verteilt \u00fcber den ganzen H\u00fcgel zu finden sind. Leider konnten die Menschen hier damit nicht viel anfangen und haben die Darstellungen eher als Anregung verstanden, selbst etwas hinzuzuf\u00fcgen. Erst seit ein paar Jahren gibt es den W\u00e4chter, der das verhindert und vor allem auch daf\u00fcr sorgt, dass nicht immer mehr der sch\u00f6nen Tierdarstellungen verschwinden und auf Kunstauktionen in Europa wieder auftauchen. Den Bildern nach mu\u00df es hier vor 5.000 Jahren Nash\u00f6rner, Elefanten, Giraffen, verschiedene Antilopenarten, L\u00f6wen und Affen gegeben haben. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-546 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image53.jpg\" alt=\"Tazzarine 16\" width=\"800\" height=\"450\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-545 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image52.jpg\" alt=\"Tazzarine 15\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Daneben gibt es Darstellungen von Jagdwaffen und Kultzeichen, die als Kalender interpretiert werden. Interessanterweise findet man keine Darstellungen von Menschen. Leider sind wir beide zur Zeit etwas angeschlagen, ob zuviel Sonne, oder das Essen nicht vertragen, ist unklar. Auf jeden Fall fiel unser Ausflug k\u00fcrzer aus, als dem Ort und der wundersch\u00f6nen Umgebung angemessen w\u00e4re und wir kehrten zur\u00fcck ins Camp mit dem Komfort von Dusche und WC. Nach unruhiger Nacht legten wir deshalb noch einen Erholungstag im Camp ein, bevor es morgen weiter geht, denn am 8.11. oder 9.11. wollen wir ja Gabriele und Klaus-Peter bei Ouarzazate treffen, die sich am 8.11. von Marrakesch aus \u00fcber den hohen Atlas nach S\u00fcden auf den Weg machen wollen.<br \/>\nManfred<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. November &#8211; W\u00fcstencamp Serdrar Der Platz in Amezrou war so angenehm, dass wir ein paar Tage blieben. Direkt nebenan in der Oase lag ein kleines Hotel mit wundersch\u00f6ner Gartenanlage, das wir \u00f6fter besuchten, da auf dem Campingplatz die Internetverbindung nicht funktionierte. 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