{"id":549,"date":"2014-11-14T11:50:46","date_gmt":"2014-11-14T10:50:46","guid":{"rendered":"https:\/\/merlin.yfx.de\/?p=549"},"modified":"2014-11-14T11:50:46","modified_gmt":"2014-11-14T10:50:46","slug":"ait-ben-haddou","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko2014\/?p=549","title":{"rendered":"A\u00eft Ben Haddou"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>12. November 2014 &#8211; Tamdakhte<\/strong><\/span><br \/>\n5 Tage sind schon wieder vergangen seit dem letzten Eintrag und das Leben ist etwas turbulenter geworden seit wir nicht mehr alleine sind.<br \/>\nAber der Reihe nach: vom W\u00fcstencamp Sardrar ging es nach N&#8217;kob, einem kleinen W\u00fcstennest, dass in den letzten Jahren zu Wohlstand gekommen ist, weil es eine gute Ausgangsbasis f\u00fcr Trekkingtouren ins Sarhro Gebirge ist. Inzwischen gibt es dort mehr als 40 sch\u00f6n renovierte Kasbahs, viele davon heute kleine Familienhotels mit sch\u00f6nem Ambiente. Eine davon haben wir uns genauer angeschaut. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-557 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image54.jpg\" alt=\"N'kob\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Als Europ\u00e4er hat man \u00fcberall Zugang, kann sich die G\u00e4rten anschauen und den Rundblick von der Dachterasse genie\u00dfen. Meist werden einem auch ungefragt alle R\u00e4umlichkeiten vorgef\u00fchrt. Da es von hier nur noch 60 km bis nach Asslim waren, machten wir mittags noch mal Halt in Tamnougalt um bei Chez Yakoub etwas zu Mittag zu essen und wurden dort herzlich wie alte Bekannte begr\u00fc\u00dft. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-559 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image55.jpg\" alt=\"Tamnougalt Chez Yakoub\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Nach 7 Wochen immer an neuen Orten ist es ein gutes Gef\u00fchl mal an einen Ort zur\u00fcck zu kehren, den man in guter Erinnerung hat und dort als alter Bekannter begr\u00fc\u00dft zu werden. \u00c4hnlich erging es uns dann in Asslim in der Kasbah von Ca\u00efd Ali. Wir sa\u00dfen dort am sp\u00e4ten Nachmittag lange mit Gaelle bei einem Tee zusammen und tauschten aus, was in den knapp 2 Wochen seit unserem letzten Besuch so alles passiert ist. Am n\u00e4chsten Tag verabschiedeten wir uns erst gegen Mittag von Gaelle, da wir nur 80 km Tagesetappe vor uns hatten, denn abends wollten wir Gabriele und Klaus-Peter in ihrem Hotel am Stausee El-Mansour-Eddahbi bei Ouarzazate \u00fcberraschen. Die Fahrt \u00fcber den 1660m hohen Tizi-n-Tinififft war in dieser Richtung noch eindrucksvoller, da man die Sonne im R\u00fccken hatte und im Norden im Hintergrund immer wieder die jetzt schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas auftauchten. Kurz vor Ouarzazate tauchte rechts der Strasse ein Schild auf, dass auf eine Zufahrtsstrasse zum s\u00fcdlichen Ufer des Stausees hinwies. Wir hatten noch Zeit, und unsere Karte zeigte uns, dass die ausgeschilderte Piste nach 10 km genau gegen\u00fcber dem Royal Golf Club am See enden sollte, soda\u00df wir uns vielleicht sogar zuwinken k\u00f6nnten. Also bogen wir ab auf die Piste, wunderten uns zwar nach ein paar Metern \u00fcber ein merkw\u00fcrdiges Einfahrtsverbotsschild neben der Piste, hielten das Schild aber f\u00fcr eine der vielen marokkanischen Kuriosit\u00e4ten und fuhren weiter. Die Fahrt verlief auch problemlos bis ca. 3 km vor dem Seeufer, dann tauchte hinter einer Kurve um einen H\u00fcgel ein Schlagbaum und eine Baracke neben der Strasse auf. &#8222;Jetzt gibt es sicher \u00c4rger&#8220; dachte ich mir, fuhr aber konsequent bis an den Schlagbaum und fragte den dort stehenden Posten, ob er den Schlagbaum f\u00fcr uns \u00f6ffnen k\u00f6nne, damit wir ans Seeufer weiter fahren k\u00f6nnten. H\u00f6flich fragte er mich nach einem Erlaubnisschreiben, dass ich Ihm nat\u00fcrlich nicht vorweisen konnten. Das nahm er mit Bedauern zur Kenntnis und erkl\u00e4rte, er w\u00fcrde uns gerne weiterfahren lassen, wir m\u00fcsste nur vorher bitte in Ouarzarzate beim Pr\u00e4fekten ein solches Erlaubnisschreiben einholen, dann w\u00fcrde er uns gerne den Schlagbaum \u00f6ffnen. Wir bedankten uns h\u00f6flich f\u00fcr die Auskunft, wendeten und machten, dass wir davon kamen, bevor noch ein anderer Posten aus der Baracke auftauchen konnte, der vielleicht nicht so freundlich mit fremden Spionen umgehen w\u00fcrde, die unerlaubt 6 km weit in eine gesperrte Piste hineingefahren sind&#8230;..<br \/>\nNachdem wir uns weit genug von dem Posten entfernt hatten, hielten wir erst einmal an und g\u00f6nnten uns eine Kaffeepause, bevor wir in die Stadt Ouarzazate hineinfuhren. In Ouarzazate angekommen, f\u00fchrte unser erster Weg in einen von Gaelle empfohlenen Supermarkt um unsere inzwischen doch arg geschrumpften Vorr\u00e4te mit lebenswichtigen Dingen wie Nutella, K\u00e4se und Instantsuppen aufzuf\u00fcllen. Dann ging es weiter entlang des Nordufers des Stausees zum Royal Golf Resort. Das Resort entpuppte sich als eine Halbinsel am Stausee, bebaut mit jeder Menge Luxusvillen, von denen aber nur wenige bewohnt aussahen und einem Luxushotel in einem parkartigen Gel\u00e4nde, dass wohl urspr\u00fcnglich mal der Golfplatz werden sollte. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-561 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image57.jpg\" alt=\"Villa\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Merkw\u00fcrdigerweise wusste an der Rezeption niemand etwas von den Beiden. Bei genauerer Recherche in unseren Aufzeichnungen zeigte sich dann, dass auch das Hotel anders hie\u00df wie von Klaus-Peter beschrieben. Offenbar musste es noch ein zweites Hotel in der N\u00e4he geben. Nach l\u00e4ngerer Suche fanden wir es schlie\u00dflich, w\u00e4ren aber fast wieder unverrichteter Dinge weggefahren, da der Besitzer mit den von uns genannten Namen nichts anfangen konnte und immer nur erkl\u00e4rte, die Saison sei zwar vorbei, aber wir k\u00f6nnten gerne noch ein Zimmer bekommen. Zuf\u00e4llig war Klaus-Peter gerade dabei Gep\u00e4ck aus dem Auto zu holen und h\u00f6rte uns, sodass der \u00dcberraschungsbesuch doch noch klappte und wir einen netten Abend bei einer Flasche Wein mit gegenseitigem Fragen und erz\u00e4hlen verbrachten. Freundlicherweise durften wir unser Auto f\u00fcr die Nacht neben dem Hotel stehen lassen, und brauchten nicht zu dem vorher ausgesuchten Stellplatz f\u00fcr die Nacht zur\u00fcckfahren.<br \/>\nBereits am Nachmittag war Wind aufgekommen, der sich in der Nacht aber legte, daf\u00fcr wurde es bitter kalt. Am Morgen meldete er sich dann heftig zur\u00fcck und als wir gemeinsam zum gro\u00dfen Wochenmarkt von Ouarzazate aufbrachen, zogen dunkle Wolkenschleier vom Hohen Atlas herunter, die sich am unteren Rand bereits braun f\u00e4rbten, und als wir den Markt erreichten, fegte ein Staubsturm \u00fcber den Platz hinweg. Viele H\u00e4ndler hatten ihre St\u00e4nde bereits abgebaut und die Verbliebenen k\u00e4mpften gegen das Wegfliegen ihrer St\u00e4nde und Planen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-589 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image75.jpg\" alt=\"image\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Bereits vor einigen Tagen hatte uns in Tamnougalt unser netter Guide beim Wiedersehen erz\u00e4hlt, dass es n\u00e4chste Woche in ganz Marokko Regen geben wird, da am Freitag in allen Moscheen f\u00fcr Regen gebetet worden ist. Dem Regenbogen nach, der sich am Nachmittag vom Atlas in vollem Bogen bis in die s\u00fcdliche W\u00fcste erstreckte hat Allah zumindest guten Willen gezeigt, bis auf ein paar Tropfen ist aber s\u00fcdlich des Atlas nicht viel heruntergekommen. Das mu\u00df wohl alles bereits in h\u00f6heren Luftschichten verdunstet sein. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-560 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image56.jpg\" alt=\"Sturm\" width=\"800\" height=\"450\" \/>Der heftige Wind blieb uns allerdings bis zum n\u00e4chsten Morgen erhalten und sorgte f\u00fcr winterliche Temperaturen von ca. 6 Grad in der Nacht. So verzogen wir uns f\u00fcrs gemeinsame Abendessen ins geheizte Berberzelt des Hotels und blieben dann noch eine weitere Nacht neben dem Hotel auf einer Anh\u00f6he am Seeufer, w\u00e4hrend der Wind an unserem Auto r\u00fcttelte. Morgens war der Spuk dann vorbei, der Himmel leuchtend blau, die Luft klar und die gesamte Kette des Atlas schneewei\u00df. Nach Fr\u00fchst\u00fcck und Verabschiedung machten wir uns auf nach Tamdaghte, w\u00e4hrend Gabriele und Klaus-Peter Richtung Todraschlucht aufbrachen. Auf der ganzen Fahrt Nach Norden hatten wir das verr\u00fcckte Panorama der schneebedeckten Berge hinter einer kahlen gelbroten Sand- und Ger\u00f6llebene vor uns und h\u00e4tten fast die Abzweigung ins Tal von A\u00eft Ben Haddou verpasst, die schneller als erwartet auftauchte. Irgendwie hatte ich mir die Berge hier h\u00f6her vorgestellt. Im Vergleich zu den T\u00e4lern, die wir vorher besucht hatten, wirkte die Landschaft hier noch sehr offen. Das \u00e4nderte sich erst auf den wenigen Kilometern zwischen A\u00eft Ben Haddou und Tamdakhte. Auch die Kulisse von A\u00eft Ben Haddou am anderen Flussufer wirkte weniger imposant als erwartet. Der Ort entsprach dann eher dem erwarteten Bild mit seinen am Stra\u00dfenrand aufgereihten Hotels und Touristenbussen. Wir hielten aber auch nur kurz um einen Blick hin\u00fcber zu werfen und fuhren die 4 km weiter nach Tamdakhte.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-564 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image60.jpg\" alt=\"A\u00eft Benhaddou 1\" width=\"800\" height=\"450\" \/> Kurz vor den ersten H\u00e4usern hielten wir abseits der Strasse um Merlin noch etwas Auslauf zu g\u00f6nnen und in Ruhe noch\u00a0einen Kaffee zu trinken. Dort wurden wir prompt von Hanne und Roger gesichtet, die kaum eine halbe Stunde sp\u00e4ter aus der Gegenrichtung von Teluet her die Stra\u00dfe herunter gefahren kamen. Also wurde erst einmal neuer Kaffee gekocht und erz\u00e4hlt, bevor wir dann gemeinsam unser Quartier f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage in Augenschein nahmen. Beim Tee auf der Dachterasse nach herzlicher Begr\u00fc\u00dfung durch Colette und Michel tauchten dann auch Bernhard und Arnim auf. Damit war die Geburtstagsrunde komplett und ein gem\u00fctlicher Abend konnte ungehindert seinen Lauf nehmen. Colette und Michel und die gesamte Crew der Kasbah Ellouze samt den 4 Dromedaren machten es allen leicht, sich hier sofort Zuhause zu f\u00fchlen und uns war schnell klar, dass wir keinen besseren Ort h\u00e4tten finden k\u00f6nnen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-571 size-full\" src=\"https:\/\/merlin.yfx.de\/marokko\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image67.jpg\" alt=\"Ellouze 3\" width=\"800\" height=\"450\" \/><br \/>\n6-8 Leute mit ihren unterschiedlichen Vorstellung von Tagesgestaltung unter einen Hut zu bringen ist oft alleine bereits ein tagesf\u00fcllendes Programm, dass nach autorit\u00e4rem Eingriff verlangt, bisher jedoch problemlos basisdemokratisch gel\u00f6st wurde, sodass Carola auch am Vorabend ihres Geburtstag in jetzt kompletter Runde noch \u00fcberzeugend verk\u00fcnden konnte:&#8220;ich freue mich immer noch total, dass ihr alle meiner verr\u00fcckten Einladung gefolgt seid&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Manfred<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12. November 2014 &#8211; Tamdakhte 5 Tage sind schon wieder vergangen seit dem letzten Eintrag und das Leben ist etwas turbulenter geworden seit wir nicht mehr alleine sind. 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