Von Aglou nach Sidi Ifni

Unsere nächste Etappe führt uns wieder in vertrautes Gebiet. 2017 waren wir von Agadir aus in die Berge des Antiatlas gefahren und erst 20 km südlich unseres aktuellen Übernachtungsplatzes wieder auf die Küste getroffen, die hier steil ins Meer abfällt. Die spektakulären Ausblicke zwischen Mirleft und Sidi Ifni hatten uns schon damals fasziniert, und auch dieses Mal machten wir mehrere Abstecher von der Straße an den Rand der Abbruchkante.

An einer der wenigen Stellen, an denen die Straße hinunter an den Strand führt, hielten wir für eine Mittagspause.

Dann ging es weiter nach Sidi Ifni. Hier nutzten wir die wahrscheinlich letzte Gelegenheit für die nächsten Tage, um noch einmal zu tanken und Brot, Obst und Gemüse einzukaufen, bevor wir uns ins Unbekannte vorwagten.

In Sidi Ifni hatten wir 2017, mangels für uns befahrbarer Straßen, die Küste verlassen und waren weiter landeinwärts nach Guelmin mit seinem bekannten Kamelmarkt gefahren. Von dort waren wir auf abenteuerlichen Pisten noch einmal Richtung Meer gefahren, hatten einen Weg zu den endlosen Sandstränden des Plage Blanche gefunden und das Wüstencamp an den Ruinen des Forts Bou-Jerif besucht. ( siehe Reisebericht Marokko Frühjahr 2017) Damals war der Küstenstreifen südlich von Sidi Ifni bis in die Westsahara hinein den Allradfahrzeuge  vorbehalten. Das ist jetzt 8 Jahre her, und überall in Marokko wurden in der Zwischenzeit neue Asphaltstrassen gebaut. Ob das auch für diese Region gilt, wollen wir in den nächsten Tagen erkunden.

Leider basieren die meisten verfügbaren digitalen Karten auf veralteten Satellitenbildern. Google Maps hilft in dieser Region nicht weiter, dass hatten wir gerade selbst erlebt. Am vertrauenserweckenden erschien uns die auf OpenStreetMap basierende Karte von OrganicMaps. Danach sollte es eine neue Küstenstraße geben die als RR118 von Sidi Ifni über Foum Assaka und Echatea El Abied fast durchgängig asphaltiert die Küste entlang führt, und erst kurz vor Tan-Tan wieder in die Nationalstraße RN1 Richtung Westsahara und Mauretanien mündet.

Tatsächlich fanden wir die neue Straße problemlos, und als wir sicher waren, dass sie nicht nur ein paar Kilometer aus der Stadt herausführt, um dort zu enden, suchten wir uns für die Nacht einen ruhigen Platz auf der Steilküste mit Blick über das Meer. 

In der Abenddämmerung bekamen wir noch Besuch von einem freundlichen Soldaten der Küstenwache, der uns, nach anfänglichem Zögern und telefonischer Rücksprache mit seinem Chef erlaubte, für eine Nacht hier zu bleiben. Der Ordnung halber wurden noch unsere Pässe und der Fahrzeugschein fotografiert, dann wünschte er uns eine gute Nacht. Offenbar hatte er den Auftrag bekommen, gut auf uns aufzupassen, denn gegen 21 Uhr kam er auf einem Kontrollgang noch einmal ans Auto und lies sich versichern, dass es uns wirklich gut ging.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert