Wenn man in der Wüste unterwegs ist, spielt die Verfügbarkeit von Wasser eine besondere Rolle. Kein Wunder also, wenn wir immer wieder anhielten, wenn wir am Straßenrand einen Brunnen entdeckten.Etwa 10m musste ich den undichten Eimer hinunterlassen, ehe er auf Wasser stieß. Mit dem Heraufziehen mußte ich mich dann beeilen. Trotzdem war er wieder fast leer, als er endlich oben ankam.
Offenbar hatte ein technisch begabter Mensch vor einiger Zeit versucht, den Prozeß zu optimieren und eine Solarpumpe installiert, aber die Anlage sah nicht so aus, als würde sie noch funktionieren.
Die Natur gibt sich große Mühe uns die Fahrt durch diese Einöde abwechslungsreich zu gestalten und erstaunt uns immer wieder mit ihrer Fantasie.
Etwa 140km haben wir uns für heute vorgenommen, und zwei große Oasen wollen wir besuchen, die Oase Akka und die Oase Tata. Beide kennen wir schon von früheren Reisen und sind neugierig, wie sie sich in 8 Jahren verändert haben. Akka ist eine der größten Oasen der Region und erstreckt sich über 5 Quadratkilometer entlang des gleichnamigen Flusses Qued Akka. Der Ausdruck Fluss ist dabei allerdings irreführend, denn nicht immer fließt hier Wasser . In der Oase Icht, aus der wir gerade kamen, hatte es zum Beispiel bis Oktober 2024 zehn Jahre nicht geregnet. Trotzdem waren die Quellen, die das System der Bewässerungskanäle speisten, nicht versiegt.
Der am Südende der Oase liegende, ebenfalls gleichnamige Ort Akka wirkte ziemlich verschlafen, und viele Geschäfte waren geschlossen. Immerhin hatten ein paar Cafés geöffnet, nachdem der Ramadan ja jetzt beendet war, und das mussten wir erst einmal ausnutzen.
Unser anschließender Versuch frisches Gemüse einzukaufen war dagegen nicht sehr erfolgreich. Die offenen Obst- und Gemüsestände im großen Markt konnte man an einer Hand abzählen, und das Angebot machte keinen frischen Eindruck. Offenbar war nach den Feiertagen noch keine frische Ware eingetroffen.
Die Nationalstrasse führt durch den Ort weiter nach Osten. Wir wollten aber mehr von der Oase sehen und machten deshalb kehrt und bogen in eine entlang der Oase nach Norden in die Berge führende Nebenstrasse. Von der etwas höher gelegenen Strasse hatte man einen herrlichen Blick auf die Palmenhaine der Oase.
Die Brücke, die uns über das Flusstal führen sollte, war noch im Bau, die alte Furt war aber passierbar.
Der Oued Akka führte tatsächlich an dieser Stelle Wasser, war aber oberhalb der Baustelle aufgestaut worden. Entlang des Flusstal ging es dann immer weiter hinauf in die Berge und mit jedem Höhenmeter wurde die Oase schmaler, bis nur noch Wüste übrig war.
Unser Abstecher in die Berge war am Ende gar kein richtiger Umweg, denn Tata, unser Tagesziel, liegt auf knapp 700m Höhe am Rande der Berge. Auch Tata ist eine Flussoase. Der Oued Tata hat hier eine Art Cañon durch die Landschaft gefräst. Auf dessen östlichem Rand liegt die gleichnamige (wie sollte es anders sein) Stadt Tata direkt an der Abbruchkante, und von dort oben hat man einen herrlichen Blick auf den Fluss und die Oase auf der anderen Seite.
Hier gibt es ein großes Camp für Wohnmobile mit Schatten und guter Infrastruktur, nur ein paar Minuten zu Fahrrad vom Ortszentrum entfernt. Das Camp war gut belegt, weil es gerne von geführten Wohnmobil-Gruppenreisen besucht wird, aber wir fanden trotzdem noch einen schattigen Platz.