Von Tata nach Foum Zguid

2 Tage blieben wir in Tata, erkundeten die wunderschöne intakte Oase per Fahrrad, machten einen Ausflug zu den merkwürdigen, versteinerten Wasserfällen mit ihren tropfsteinartigen Kalk- oder Salzformationen und genossen das, nach den Ramadanwochen langsam wieder zurückkehrende Strassenleben in der Stadt.

(siehe auch Galerie Tata)

Nach einem letzten Tee mit Minze machten wir uns auf den Weg durch etwa 150 km karge Landschaft. Mal afrikanische Savanne, mal vegetationslose Wüste, unterbrochen nur von etwas grün an den Ränder der trockenen Wadis, die wir kreuzten.

Nach etwa 50km trafen wir auf den Oued Tissint, der die Strasse auf den nächsten 50 Kilometern begleitete. Meist ist von ihm allerdings nichts zu sehen, denn je nach Bodenbeschaffenheit hat er sich eine bis zu 10m tiefe Schlucht in den Wüstenboden gegraben. An einigen Stellen ist es möglich, auch ohne Geländefahrzeug die Strasse zu verlassen und einen Blick hinunter zu werfen.

Dabei kann sich auf wenigen Kilometern der Ausblick völlig verändern: mal ein kahles ausgetrocknetes Flussbett, mal ein blaues Band mit Palmen an seinen Ufern, mal ein verzweigtes Netz kleiner Bäche, Bassins und Wasserfälle.Offenbar hat der Fluss viel Salz aus dem Boden gewaschen, denn die trockenen Steine des Flussbetts sind teilweise regelrecht von einer Salzkruste bedeckt.

Nach 50 spannenden Kilometern verläßt die Strasse den Tissint, der sich weiter seinen Weg Richtung Süden sucht, um sich, wahrscheinlich nur noch unterirdisch, mit dem vom Atlasgebirge kommenden Draa zu vereinen und gemeinsam zu versuchen, den Atlantik zu erreichen. Unsere Strasse folgte ab hier flussaufwärts dem zur Zeit trockenen Oued Zguid in Richtung Nordosten zur Oase Foum Zguid. Eigentlich sind es von hier nur knapp 100 km bis Mhamid el Gizlane, wo wir in 3 bis 4 Tagen ankommen wollen, aber dazwischen liegen, für uns unpassierbar, der Iriki Salzsee und die Sanddünen des Erg Chegaga. Für uns bedeutet das 240km Umweg über die nördlich der Berge von Foum Zguid nach Zagora führende Strasse. Ein paar km vor Foum Zguid überquert die Strasse den Oued Zguid, und hier kann man heute noch sehen, welche Gewalt ein solcher Fluss haben kann, wenn er plötzlich Wasser führt.

In Foum Zguid bezogen wir Quartier im Schatten der Palmen von Rachids schönem neuen Camp La Palmeraie.

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