In den letzten Tagen hat sich ein gewisser Urlaubsschlendrian bei uns eingestellt – an manchen Tagen kommen wir einfach nicht weit. So hangeln wir uns von Stausee zu Städtchen zu Stausee durch den Alentejo Richtung Süden. Und wenn wir unterwegs etwas Interessantes entdecken, bleiben wir manchmal gleich stecken. An den Stauseen findet sich immer ein geeigneter Platz zum Übernachten, und wenn wir morgens nicht in Gang kommen und der Platz uns gefällt, bleiben wir einfach für eine weitere Nacht.

So war es auch hier am Barragem do Alvito.
Gestern ging es weiter nach Serpa. Die kleinen Landstrassen folgen hier uralten Handelswegen, deren Spuren immer wieder für einen Fotostop sorgen.
Die Stadt Serpa lag im Sonntagsschlaf. Trotzdem parkten wir gleich am Stadtrand, denn die portugiesischen Städte haben so ihre Tücken: ehe man sich versieht, landet man ohne Warnung in engen steilen Gassen, für die unser Fahrzeug einfach nicht gebaut ist. 
Mehr Bilder zu Serpa gibt es in den Galerien.
So ist es auch nicht immer einfach, die richtige Ausfallstrasse zu finden. Entsprechend brauchten wir eine Weile, um einen passierbaren Zugang zu der Strasse zu finden, die uns zu unserem angepeilten Übernachtungsplatz an den Stromschnellen des Rio Guadiana führen sollte.
Ein Wegweiser führte uns auf einer staubigen Piste ein paar Kilometer durch einsame Hügel auf ein einigermaßen ebenes Plateau. Von hier ging es nur noch steil bergab, hinunter zu der “Pulo do Lupo = Wolfssprung“ genannten Engstelle, wo der Rio Guadiana sich seinen Weg durch die Felsschlucht gebahnt hat.

Nichts für einen Abendspaziergang, und so beschlossen wir den Abstieg auf den nächsten Tag zu verschieben.
Morgens, noch vor dem Frühstück, machten wir uns auf den Weg. Der Weg war allerdings so steil, dass Carola auf halber Strecke genug hatte und Merlin und ich alleine hinunterkletterten. Unten angekommen versuchte ich vergeblich einen geeigneten Platz zu finden, um einen Blick auf die unüberhörbaren Stromschnellen zu werfen. Die Kletterei wurde jedoch zu abenteuerlich, sodaß ich aufgab und umkehrte.



Zurück am Auto war dann erst einmal ein ausgiebiges Frühstück fällig, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.









Diese Region ist für die Portugiesen geschichtsträchtiger Boden, denn hier wurde 1143 im Rahmen der Reconquista die entscheidende Schlacht gegen die Mauren gewonnen und der Staat Portugal gegründet. Maurische Einflüsse finden sich hier überall. Zum Beispiel die Mesquita in Mértola, eine kurzerhand zur Kirche umgewidmete Moschee, der man lediglich einen kleinen Glockenturm verpaßt hat.
In Castra Verde wurde dafür, in Erinnerung an die siegreiche Schlacht, eine Basilika gebaut, deren Inneres auf bemalten Fliesen die Geschehnisse verherrlicht.



Nördlich von hier zieht sich über viele Kilometer die felsige Steilküste, immer wieder unterbrochen von feinen Sandstränden, die nur über kilometerlange Sand- oder Schotterpisten erreichbar sind. 

Erstaunlicherweise gibt es am Ende der Pisten große Parkflächen und schön angelegte Aussichtspunkte und Zugänge zu den Stränden.
Tagsüber kommen einige Surfer hierher um in den Wellen ihrer Passion nachzugehen.





Ich finde auch endlich einen geeigneten Sonnenschutz für meinen Kopf. Zuhause hat meine Fantasie nicht ausgereicht, mir vorzustellen, dass uns hier 4 Wochen strahlender Sonnenschein erwartet, und dementsprechend blieben die Kopfbedeckungen im Schrank.
Mehr Bilder davon gibt es in den Galerien und natürlich im Internet unter: 




Hier ist es allerdings zu eng für unser Auto. Ein paar Kilometer weiter findet sich dann ein schöner Platz. Die Überreste einer alten im Stausee versunkenen Strasse führen uns hier direkt ans Wasser.